06.09.2018 - G.Behling

Kanunachwuchs überzeugt bei der Deutschen Meisterschaft

Sie holten die erste von sechs Goldmedaillen für den Kanunachwuchs vom SCM, Lotti Behling (li) und Josi Landt (re) auf Bahn 4 im K2 Damen Junioren über 500m. Quelle: G.Behling
Sie holten die erste von sechs Goldmedaillen für den Kanunachwuchs vom SCM, Lotti Behling (li) und Josi Landt (re) auf Bahn 4 im K2 Damen Junioren über 500m. Quelle: G.Behling
Mit insgesamt 6x Gold, 4x Silber, 6x Bronze und vielen vorderen Platzierungen kehrten die Schüler, Jugendlichen und Junioren vom SCM aus Hamburg zurück!

Voll konzentriert legt Moritz Florstedt vom Steg ab um sich wenig später seinen ersten von zwei Deutschen Meistertiteln im K1 500m zu sichern. Einen Tag später kam noch der Titel über 1000m dazu. Quelle: G.Behling
Voll konzentriert legt Moritz Florstedt vom Steg ab um sich wenig später seinen ersten von zwei Deutschen Meistertiteln im K1 500m zu sichern. Einen Tag später kam noch der Titel über 1000m dazu. Quelle: G.Behling
Mehr als 1000 Rennkanuten aus 114 Vereinen kämpften in der vergangenen Woche um die Titel des Deutschen Meisters von der Altersklasse 13 bis zur Leistungsklasse. Temperaturen und Wind waren an den einzelnen Tagen zum Teil recht unterschiedlich aber auf der breiten Regattabahn in Hamburg-Allermöhe waren die Bedingungen für die Sportler auf allen Bahnen gleich und somit hatten alle Athleten beste Voraussetzungen ihr Leistungsvermögen optimal abrufen zu können. Von Mittwochfrüh bis Freitagmittag galt es sich durch unzählige Vor- und Zwischenläufe in den jeweiligen Altersklassen, auf den 200m-, 500m- und 1000m Strecken in den verschiedenen Bootsklassen (Einer, Zweier, Vierer) und Disziplinen Kajak und Canadier durchzukämpfen und sich für die Finals zu qualifizieren. Diese fanden dann von Freitagnachmittag bis Sonntagmittag statt. Die jungen Sportler vom SCM und die für das Kanuteam Sachsen-Anhalt fahrenden 13-14jährigen erkämpften insgesamt 16 Medaillen und setzten ein deutliches Zeichen für die Wiederbelebung der Nachwuchsszene der Abteilung Kanu-Rennsport des SCM. Aus Magdeburger Sicht begannen die Finals furios, drei Rennen – drei Medaillen, Silber, Gold, Gold! Unsere international in diesem Jahr bereits erfolgreich gewesenen Junioren ließen auch bei der DM nichts anbrennen. EM-Starterin Vanessa Silbermann und Junioren-Vizeweltmeisterin Annette Wehrmann fuhren im ersten Finale des Tages im C2 über 500m lange Zeit ganz vorne, mußten sich im Ziel jedoch um 2/10tel Sekunden dem Potsdamer Boot geschlagen geben. Dann kamen die Damen Junioren im Zweierkajak. Hier fuhr ebenfalls eine EM-Starterin Lotti Behling mit unserer aktuellen Junioren-Vizeweltmeisterin Josi Landt. Diesmal drehten die Magdeburger den Spieß um, hatten dass stärkste Finish und gewannen knapp mit dreizehntel Sekunden vor Diederichs-Blechschmidt aus Potsdam. Hier komplettierten Josephin Bergmann und Lena Wiescholek mit Rang vier das tolle Ergebnis. Im dritten Finale fuhr Moritz Florstedt – auch er Vizeweltmeister 2018 – ein einsames Rennen, führte zwischenzeitlich mit über einer Länge Vorsprung vor dem Rest des Feldes, konnte am Ende schon Kraft rausnehmen und genüsslich mit erhobenen Arm über die Ziellinie gleiten. Er gewann dennoch mit über einer Sekunde Vorsprung vor Nils Globke (SC Neubrandenburg) und Tobias Heuser vom AKC Oberhausen. Den gleichen Einlauf gab es einen Tag später auch über die doppelte Distanz. Medaille Nummer drei, diesmal in Bronze, sicherte sich M.Florstedt zusammen mit Lucas Ferl im K2 über 500m. Für die Goldmedaillen Nummer vier und fünf waren dann wieder die Damen Junioren verantwortlich. Der K4 in der Besetzung L.Behling, L.Wiescholek, J.Bergmann und J.Landt erkämpfte sich Platz 1 mit 0,1 Sek. vor Potsdam und der Kanuvereinigung aus Nord-Rhein-Westfalen. Im 200m Sprint C2 ließen sich Silbermann-Wehrmann diesmal nicht mehr abfangen, gewannen mit 0,15 Sek vor den Booten aus Sachsen und Potsdam. Im C1 über 200m waren unsere beiden Ex-schwimmerinnen nochmal ganz vorn dabei, A.Wehrmann holte Silber, V.Silbermann kam als Vierte ins Ziel. Josephin Bergmann steuerte mit Bronze im K1 1000m und Silber über 5000m noch zwei weitere Medaillen in diesem überaus erfolgreichen Jahrgang bei. Im Jugendbereich (15/16Jahre) hatten einige Leistungsträger im Vorfeld der Deutschen Meisterschaft mit gesundheitlichen Problemen zu tun. Raul Melzer plagte mehrere Wochen eine Handverletzung und folglich nur eingeschränktes Training. Trotzdem gewann er immerhin noch Bronze im K2 500m zusammen mit Johannes Wasiliga und wurde Vierter im K4 mit J.Wasiliga, Paul Artelt und Morris Hundertmark. Wasiliga-Artelt verfehlten im K2 1000m mit Platz vier und 0,1 Sek Rückstand zu Platz drei unglücklich die Bronzemedaille. Amy Paßlack und Marie Vogt wurden durch Infekte an einer optimalen Vorbereitung gehindert. Die beiden Mädchen gingen diesmal komplett leer aus. Platz 5 über 200m im K1 war noch die beste Platzierung für Amy Paßlack, die noch vor acht Wochen ganz überlegen die Ostmeisterschaft gewonnen hatte. Ole Jakob gewann dafür mit Silber im C1 5000m seine erste Medaille bei einer Deutschen Meisterschaft. Der Schülerbereich gewann die sechste Goldmedaille für die Nachwuchskanuten aus Sachsen-Anhalt. Tillmann Sommer, Tim Wieblitz, Matti Unger und Lukas Ochsendorf fuhren zu Gold im K4 über 2000m. Zweimal Bronze gewannen die jungen Canadierfahrerinnen Annie Münster und Leonie Köllner im C2 über 500m und über 2000m. Hedi Kliemke und Nina Lischka wurden in diesen Rennen jeweils Vierte und dieser undankbare Platz vier stand auch im Mehrkampf der Schüler und Schülerinnen am Ende für Hedi Kliemke in der Ergebnisliste. Ein weiterer vierter Platz ging an die Mädchen Lilly Bach, Dana Augenreich, Finja Seifert und Denise Simone K4 über 2000m Am Ende der Deutschen Meisterschaften wurden dann noch die Nominierungen für die Ende September stattfindende Olympic hope Regatta - vergleichbar mit einer Nachwuchs-WM - in Poznan/Polen bekanntgegeben. Hier dürfen sich gleich vier Rennkanuten aus Magdeburg freuen. Auf Grund ihrer tollen Leistungen auf den olympischen Strecken wurden Annette Wehrmann, Vanessa Silbermann (Canadier weiblich), Josi Landt (Kajak weiblich) und Moritz Florstedt (Kajak männlich) nominiert.